Mit der Veröffentlichung von Fireware v2026.1.2 führt WatchGuard eine wichtige Änderung für die Modelle Firebox T115-W, T125 und T145 ein. Administratoren sollten diese Änderung unbedingt berücksichtigen, bevor sie ein Upgrade durchführen, da bestehende Netzwerkkonfigurationen betroffen sein können.
VLAN ID 1 wird für interne Nutzung reserviert
Ab Fireware v2026.1.2 kann auf den Geräten T115-W, T125 und T145 die VLAN-ID 1 nicht mehr auf Interfaces konfiguriert werden.
Das betrifft sowohl:
- Tagged VLANs
- Untagged bzw. Native VLANs
Die VLAN-ID 1 ist auf diesen Geräten künftig für interne Switch-Funktionen reserviert.
Konsequenz für bestehende Konfigurationen
Wenn eine vorhandene Konfiguration VLAN 1 verwendet, muss diese nach dem Upgrade auf eine andere VLAN-ID umgestellt werden.
Typische Szenarien, die betroffen sein können:
- VLAN 1 als Standard-VLAN eines Switchports
- VLAN 1 als untagged/native VLAN
- VLAN 1 als tagged VLAN für ein internes Netz
Nach dem Update lässt sich VLAN 1 auf diesen Geräten nicht mehr konfigurieren.
Hintergrund: Behebung eines VLAN-Problems
Ein weiterer Grund für diese Änderung ist die Behebung eines technischen Problems in früheren Versionen:
Wenn auf einem Interface VLAN 1 als tagged VLAN konfiguriert wurde, konnte es passieren, dass untagged VLANs auf demselben Interface nicht mehr funktionierten.
Mit Fireware 2026.1.2 wurde dieses Verhalten korrigiert – gleichzeitig wurde VLAN 1 vollständig für die interne Nutzung reserviert.
Sicherheitsupdates in Fireware v2026.1.2
Neben der VLAN-Änderung enthält das Release mehrere wichtige Sicherheitsfixes.
1. Out-of-Bounds-Write im firewalld-Prozess
- CVE-2026-3342
- Authentifizierte Schwachstelle
- Betraf den firewalld-Prozess
2. Reflected Cross-Site-Scripting in der Web-UI
- CVE-2026-3343
- XSS-Schwachstelle im Fireware Web Interface
3. Umgehung der System-Integritätsprüfung
- CVE-2026-3344
- Potenzielle Manipulation der Integritätsprüfung möglich
Alle drei Sicherheitsprobleme wurden in Fireware v2026.1.2 behoben.
Weitere Verbesserungen
Das Update enthält zusätzlich mehrere funktionale Fixes:
Verbesserungen im Interface-Report
Im Firebox Configuration Report wird im Bereich
Network → Interfaces nun die Gateway-Information für externe Interfaces korrekt angezeigt.
Stabilität von VPN-Verbindungen
Zwei Fehler im VPN-Subsystem wurden behoben:
- Absturz des firewalld-Prozesses, wenn derselbe Tunnelname von einem BOVPN-Tunnel zu einem VIF-Tunnel wiederverwendet wurde.
- Traffic über BOVPN-Tunnel funktioniert nun korrekt, wenn Intrusion Prevention (IPS) in einer Policy aktiviert ist.
Empfehlung für Administratoren
Vor dem Upgrade auf Fireware v2026.1.2 sollten Administratoren:
- Alle VLAN-Konfigurationen prüfen
- Sicherstellen, dass VLAN 1 nicht verwendet wird
- Gegebenenfalls eine alternative VLAN-ID (z. B. 10 oder 100) definieren
- Die Änderung vor dem Firmware-Upgrade planen, um Netzwerkausfälle zu vermeiden
Gerade in Umgebungen mit Switch-Trunks oder VLAN-Segmentierung kann eine bestehende VLAN-1-Konfiguration sonst nach dem Update zu nicht funktionierenden Interfaces führen.
Fazit:
Fireware v2026.1.2 bringt wichtige Sicherheitsfixes und Stabilitätsverbesserungen, erfordert jedoch bei bestimmten Firebox-Modellen eine Anpassung der VLAN-Konfiguration. Besonders Netzwerke, die VLAN 1 als Standard- oder Native-VLAN verwenden, müssen vor dem Update entsprechend angepasst werden.
